| Brustkrebs (Mammakarzinom) |
| Montag, 27. Februar 2006 | |
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Autor: OA Dr. Toni Niedermayr Einleitung:Brustkrebs ist nach den aktuellen Daten der Statistik Austria (Krebsregister und Tumorursachenstatistik) in Österreich mit circa 5000 Neuerkrankungen pro Jahr hierzulande das häufigste Krebsleiden der Frau - Tendenz derzeit gleichbleibend. Die Sterberaten sind erfreulicherweise rückläufig. Das theoretische Risiko einer Frau, irgendwann in ihrem Leben an Brustkrebs zu erkranken, beträgt über acht Prozent. Das höchste Risiko zu erkranken haben Frauen über 75 Jahre. Schon bei 45-55 jährigen zeigt sich ein Gipfel mit hohem Erkrankungsrisiko. Auch Männer können betroffen sein, allerdings sehr viel seltener ( unter 1% ! ). Detailfassung:1. DefinitionUnter einem Mammakarzinom versteht man eine bösartige Tumorerkrankung der Brustdrüse, zu Deutsch: Brustkrebs. Das Mammakarzinom ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Krebserkrankung der Frau, der Trend zeigt nach wie vor nach oben. Statistisch betrachtet erkranken 1 - 2 von 1.000 Frauen in Westeuropa jedes Jahr an Brustkrebs. Weltweit wird bei etwa jeder zehnten Frau im Laufe ihres Lebens ein Mammakarzinom diagnostiziert. In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass in Österreich jährlich knapp 5000, in Deutschland jährlich 50.000 Frauen an Brustkrebs erkranken und einerseits 1600, bzw. ca. 20.000 daran versterben. Der Altersgipfel der Sterblichkeit liegt zwischen 75. und 85. Lebensjahr, ist jedoch insgesamt erfreuerlicherweise rückläufig. 2. LokalisationDenkt man sich ein Kreuz mit der Brustwarze als Zentrum, so kann man eine räumliche Häufigkeitsverteilung in vier Quadranten vornehmen. Besonders häufig ist der obere äußere Quadrant und das Zentrum befallen, da sie auch den größten Teil der Brustdrüse enthalten. 3. Mammakarzinom des Mannes:Brustkrebs ist mit unter 1% bei Männern selten. Die Therapie unterscheidet sich von der bei Frauen nicht. Allerdings muß die Therapie radikaler erfolgen, da die Prognose, wegen des bei Diagnosestellung oft fortgeschritteren Tumorstadiums, meist ungünstiger als bei der Frau ist. 4. UrsachenDie genauen Ursachen für die Entstehung eines Mammakarzinoms sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Die überwiegende Mehrheit der Brustkrebs-Patientinnen erkrankt spontan, also ohne, dass ein sicherer Auslöser ausgemacht werden kann. Allerdings kennt die Wissenschaft mittlerweile verschiedene Risikofaktoren, welche die Krankheit begünstigen. So geht man davon aus, dass bei etwa 5% der erkrankten Frauen eine genetische Ursache mitverantwortlich ist. Dafür spricht vor allem die familiäre Häufung. So steigt das Krebsrisiko von Menschen, bei denen eine Verwandte ersten Grades erkrankt ist, auf das Zwei- bis Dreifache an. Bestimmte Veränderungen (Mutationen) im Erbgut (BRCA1+2 Gene) begünstigen nach neuen Erkenntnissen die Tumorentstehung. 5. SymptomeBrustkrebs macht im frühen Stadium keine Beschwerden oder Schmerzen. Es gibt allerdings einige Anzeichen, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können. Wichtig ist deshalb, dass jede Frau ihre Brüste regelmäßig nach der Periode selbst abtastet und genau beobachtet, ob sie sich in irgendeiner Weise verändert haben. Mögliche Anzeichen auf Brustkrebs sind:
Merke: Brustkrebs bereitet nur in 15 % der Fälle Schmerzen in der Brust! Bei diesen Anzeichen kann es, muß es sich aber nicht um Krebs handeln. Um die Ursache genau festzustellen, sollte man aber auf jeden Fall den Frauenarzt oder Spezialisten aufsuchen und damit konfrontieren. 6. VorbeugenGanz allgemein kann man Brustkrebs vorbeugen, indem man die genannten Risikofaktoren so weit es geht vermeidet. Dazu gehört die Normalisierung des Gewichts sowie Alkohol- und Tabakabstinenz. Bewegungstherapie, 3x wöchentlich über 40 Min., kann das Brustkrebsrisiko um 40% reduzieren. Hormone zur Linderung von Beschwerden während der Wechseljahre sollten nur unter strenger ärztlicher Kontrolle und möglichst zeitlich begrenzt eingenommen werden, denn diese weit verbreitete Behandlung scheint das Risiko eines Mammakarzinoms zu erhöhen. Seit entdeckt wurde, dass ein hoher Östrogenspiegel bei Frauen nach den Wechseljahren die Krebsentstehung fördern kann, gab es Überlegungen, diesen medikamentös zu senken. Das seit Jahren in der Tumortherapie eingesetzte Antiöstrogen Tamoxifen führte tatsächlich zur Verringerung des Tumorrisikos. Allerdings ist die Tamoxifen-Therapie mit einer Reihe von Nebenwirkungen verbunden. Da trotz einiger Studien, vor allem in den USA, immer noch keine ausreichenden Erfahrungen über die Wirksamkeit bei jahrelanger Einnahme vorliegen, kann diese Methode noch nicht allgemein als vorbeugende Maßnahme empfohlen werden. Zurzeit läuft eine große Studie zur Prävention (Vorbeugung) mit den Aromatasehemmern (IBIS-Studie).
Eine spezifische Behandlung für Träger derartiger Mutationen könnte laut mehrer Studien sowohl durch Verkleinerung der Brüste als auch durch prophylaktische Amputationen das Risiko zu erkranken um ein vielfaches senken! 7. DiagnoseJeder noch so geringe Verdacht auf ein Mammakarzinom muss unbedingt geklärt werden - mit einer eingehenden ärztlichen Untersuchung. 8. TherapieAusschlaggebend für die Wahl der optimalen Therapie sind die Tumorgröße, die histologischen Eigenschaften des Tumors, der Hormonrezeptorstatus, die Metastasierung sowie der so genannte Menopausen-Status, also ob die Frau bereits in den Wechseljahren ist. Neben der Operation und der Strahlentherapie haben sich die adjuvante bzw. neoadjuvante Chemotherapie und Hormontherapie heute als Standardbehandlung etabliert und viel zur Verbesserung der Heilungschancen beigetragen. Eine adjuvante Therapie, also eine Zusatztherapie, ist der Primärtherapie nachgeschaltet. Die so genannte neoadjuvante Therapie erfolgt hingegen vor der Operation und hat zum Ziel, den Tumor vor dem Eingriff zu verkleinern und abzugrenzen. Nach Abschluss von Chemotherapie und Operation wird die Bestrahlung durchgeführt. a. Brusterhaltende Operation 9. StrahlentherapieDie Strahlentherapie ist stadienabhängig und unverzichtbarer Bestandteil der Brustkrebs-Behandlung. Sie dient dazu, eventuelle verbliebene Krebszellen abzutöten und senkt so die Gefahr, dass der Krebs wieder auftritt. An die brusterhaltende Operation schließt sich fast regelmäßig die Bestrahlung der Restbrust an. Nach einer Radikaloperation wird individuell geprüft, ob eine Strahlentherapie notwendig ist. Sinnvoll ist sie z.B., wenn der Tumor größer als drei Zentimeter ist oder wenn der Krebs den Brustmuskel und Lymphbahnen infiltriert hat. Zur Bestrahlung benutzt man heute so genannte Linearbeschleuniger mit einer maximalen Energie von 20 MeV. Die Behandlung jeder einzelnen Patientin wird individuell mit Hilfe computergestützter Bestrahlungs-Planungssysteme auf der Basis zuvor angefertigter Computertomographien festgelegt. Mit der modernen Technik konnte nicht nur die Wirksamkeit der Strahlentherapie verbessert werden - auch die Nebenwirkungsrate ist deutlich gesunken. Die Strahlenbehandlung erstreckt sich über fünf Tage pro Woche. Die Gesamtdauer richtet sich nach der Höhe der Einzel- und der Gesamtdosis. Im Mittel liegt sie zwischen fünf und sieben Wochen. Die einzelne Bestrahlung dauert nur wenige Minuten. Sie ist nicht schmerzhaft, wohl aber kann die Haut gereizt und gerötet sein. Deshalb ist es wichtig, während der Strahlentherapie zusätzliche mechanische, thermische und chemische Belastungen zu vermeiden. Gegen Ende der Strahlenbehandlung sind die Patientinnen häufig körperlich erschöpft und fühlen sich müde. Diese Beschwerden bessern sich jedoch innerhalb weniger Wochen wieder. Bleibende Veränderungen, wie eine verstärkte Pigmentierung der Haut sowie kleine, spinnenartig erweiterte Blutgefäße im Strahlenfeld, können zwar auftreten, sind aber selten. Abhängig vom histologischen Befund entscheidet der Arzt bei jeder Patientin individuell, ob neben der Bestrahlung der Restbrust und der Brustwand auch die Lymphabflusswege in der Achselhöhle, der Schlüsselbeingrube oder der mittleren Brustwand mitbestrahlt werden müssen. Eine moderne Bestrahlungsmethode ist die Brachytherapie. Sie wird zurzeit in Studien erprobt und ist noch kein Standard. Hierbei werden radioaktive Quellen direkt im Gewebe platziert. Die restliche Brust und die umgebenden Organe sind von der Bestrahlung nicht betroffen. Die Behandlung ist schonender und kürzer als die konventionelle Bestrahlung und wird in den durchgeführten Tests bislang gut vertragen. 10. ChemotherapieIm Rahmen einer Krebserkrankung gelingt es dem Immunsystem, unserer Körperabwehr, nicht mehr die Teilung ( Wachstum ) und das rechtzeitige Absterben der Zellen (Zelltod) zu kontrollieren und es kann zu einem sogenannten „Tumorzell-Schauer“ kommen. Selten setzen sich am Beginn der Erkrankung Zellnester als Metastasen in Organen fest. Etliche Zellen können jedoch als sogenannte „Schläfer“ in Organsystemen jahrelang überleben und gerade bei Brustkrebs noch nach 10 oder mehr Jahren zu einem Rückfall führen. Bestimmte Risikofaktoren anhand der histopathologischen Befunde ( z.B. Lymphknotenbeteiligung ) und der altersbedingten Ausgangssituation ( vor den Wechseljahren oder danach ), können für die Notwendigkeit einer adjuvanten ( unterstützenden und vorbeugenden ) Chemotherapie sprechen. Es gibt auch die Situation, welche noch vor der Operation (neoadjuvant) zu einer Chemotherapie führen kann. Nämlich dann wenn der Tumor entweder zu groß für eine brusterhaltende Behandlung ist, oder Lymphbahnen-Entzündungen in der Brust verursacht. Ebenso könnte ein Rückfall der Erkrankung eine Chemotherapie notwendig erscheinen lassen um das Immunsystem zu unterstützen ( palliativ ). Der Begriff Chemotherapie an sich umschreibt den Einsatz von cytotoxischen ( den Zelltod verursachenden) chemischen Substanzen zur Krebsbekämpfung. Chemotherapeutische Medikamente greifen in verschiedene Stadien des Tumorzell-Teilungsprozeßes ein und bewirken ein vorzeitiges Absterben. Daher werden meist mehrer Präparate gemischt, damit die Menge reduziert werden kann und die Nebenwirkungen geringer sind. Auch gelangen sie durch intravenöse Gabe sofort in die Blutbahn und in das betreffende Gewebe um das Immunsystem zu unterstützen. Leider wirken die Chemotherapeutika nicht so selektiv, sondern können auch empfindliche Organsysteme wie Schleimhäute, Haare und unsere blutbildende „Fabrik“, das Knochenmark, vorübergehend schädigen. Deshalb ist es wichtig nach einer Erholungsphase von 3-4 Wochen, nach Kontrolle des Blutbildes, eine eventuell abgestimmte weitere Gabe von Medikamenten zu planen ( Zyklus ). Auch könnte sich eine andere Tumorzell-Population gerade in Teilung befinden, sodass diese Zellgruppe zum Absterben gebracht wird. Diese systemische ( den ganzen Körper betreffende) intravenöse Behandlung erfolgt mittels einer 10 minütigen oder 2- 6 stündigen Infusion und ist nicht schmerzhaft. Die Substanzen sind meist Abkömmlinge von Antibiotika oder werden aus der Pflanzenwelt gewonnen und zu Zellgiften umgewandelt. Nach der Infusion können durch Reizung der Magenschleimhäute und des zentralnervösen Brechzentrums im Gehirn, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Dagegen können vorbeugend und behandelnd Medikamente gegeben werden. Auch eiskalte Getränke und Vermeidung von grellem Licht, um die Anwendung herum, können Linderung schaffen. Das blutbildende System muss gelegentlich durch Wachstumsfaktoren für rote und weiße Blutkörperchen unterstützt werden, da eine vorübergehende Schädigung auch das Knochenmark betreffen kann. Um auch Empfindlichkeiten von Armvenen bei der Verabreichung zu vermeiden gibt es die Möglichkeit einen katheterähnlichen Schlauch in eines der größeren Gefäße dauerhaft einzupflanzen um die Wiederholungen der Zyklen für alle Beteiligten zu erleichtern (Porth-a-Kath). Dieses Schlauchsystem muss allerdings regelmäßig gepflegt werden um weitere Komplikationen zu vermeiden. Je jünger bei Einsatz der Chemotherapie eine Betroffene ist, umso eher kann die Eierstocksfunktion nach vorübergehendem Aussetzen wieder eintreten. Je näher zu den Wechseljahren die Anwendung erfolgt, umso eher verlieren die Frauen die hormonproduzierende Eierstocksfunktion. Dies wird momentan zwar als unangenehme Nebenwirkung empfunden, kann aber für den Erkrankungsverlauf und die Heilungsrate einen positiven Effekt bedeuten, da die Erkrankung nach dem eingetretenen Wechsel „milder“ verläuft. In manchen Fällen empfielt es sich bei entsprechenden Voraussetzungen eine Antikörper-Behandlung (Herceptin) zur Verbesserung der Heilungschancen einzusetzen. Dieses Medikament unterstützt das Immunsystem durch Blockade ungünstiger Faktoren, die den Tumor-Zelltod verhindern können. Diese Therapie kann sowohl adjuvant als auch bei Rückfällen vorgenommen werden. Die Behandlung kann bis zu einem Jahr dauern und ist sehr kostenintensiv. In jedem Fall werden die Behandlungen durch einen Spezialisten, nach Einsicht der Befunde, individuell ausgewählt und zusammengestellt und so auf die spezielle Situation ihrer Erkrankung abgestimmt. Lassen sie sich den Ablauf und die möglichen Nebenwirkungen erörtern, damit sie gut informiert in die teils ambulant, teils stationär durchführbaren Behandlungen gehen, die bis zu 6 Monate dauern können. Die chemotherapeutische Behandlung wirkt mitunter aggressiv, kann jedoch durch gute Begleitbehandlungen, Vermittlung von Information und Vertrauen als „sanfte Chemotherapie“ angewendet und empfunden werden. 11. HormontherapieAls zweite Möglichkeit einer systemischen Behandlung, versteht man die gegen weibliche Hormone gerichtete antiöstrogene Hormontherapie. Diese muß von einer bekannten Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, wobei künstliche weibliche Hormone einzeln oder in Kombination zugeführt werden, unterschieden werden. Bekanntlich beinhaltet letztere Maßnahme ein erhöhtes Brust-und Dickdarmkrebs-Risiko! Die antiöstrogene Hormontherapie , bei Brustkrebs durch orale Medikamente oder Injektionen, führt zu Veränderungen der körpereigenen Hormonwirkung bzw. Hormonausschüttung, um so die wachstumsfördernde Wirkung auf hormonempfindliche Tumoren durch das weibliche Geschlechtshormon zu unterdrücken. Da eine Homontherapie nur Gewebe betrifft, die auf Hormone ansprechen kommt es dabei zu weniger Nebenwirkungen als unter einer Chemotherapie. Früher konnte man den selben Effekt durch Entfernung oder Bestrahlung der Eierstöcke erreichen. Mittlerweile hat man gefunden, dass auch eine vorübergehende Behandlung mit antiöstrogenen Medikamenten, die über die Hypophyse zur Wirkung gelangen (z.B. Zoladex, Enantone), über 2-3 oder mehr Jahre verabreicht, bei jungen Betroffenen eine Chemotherapie ersetzen oder ergänzen kann. Das wichtigste Medikament in diesem Zusammenhang ist das seit über 20 Jahren bewährte TAMOXIFEN, adjuvant in einer tgl. Dosierung von 20 Milligramm über 5 Jahre verabreicht. Meistens eingesetzt nach den Wechseljahren, wird es auch vor dem Wechsel gegeben und senkt das Rückfallrisiko allgemein um 40 %. Auch die zweite Brust ist unter Tamoxifen weniger gefährdet. Allerdings können die Nebenwirkungen nicht als unerheblich bezeichnet werden, Hitzewallungen, Depressionen, Ausfluß, Sehstörungen, Thrombosen und Embolien, sowie Gebärmutterhöhlenkrebs in seltenen Fällen, können über die Dauer der Einnahme die Lebensqualität beeinträchtigen. Demgegenüber stehen positive Nebeneffekte, wie Verhinderung von Herz-Kreislauf Erkrankungen (Relatives Risiko zwischen 50. und 94 LJ. 31%, Brustkrebs lediglich 2,8 %) sowie geringere Osteoporose-Rate. Da es mittlerweile bekannt ist, dass nach einer 5 jährigen Tamoxifenbehandlung das Risiko auf eine Gewöhnung des Körpers steigt und möglicherweise resistente Tumorzell-Stämme entstehen können, sollten bereits gute Ergebnisse aus Studien entweder in einen frühzeitigen (nach 2 Jahren) oder rechtzeitigen (nach 5 Jahren) Wechsel auf einen Aromatasehemmer der 2.Generation umgesetzt werden. Diese Medikamentengruppe wurde früher unter beträchtlichen Stoffwechsel-Nebenwirkungen erst in 2.Linie eingesetzt, kann aber heutzutage in der 2.und 3 Generationsentwicklung den Hormonstoffwechsel gezielt in seiner Produktion steuern, sodass weniger Nebenwirkungen zu erwarten sind. Die Nebenwirkungen betreffen Knochenschwund und Herz-Kreislauf Erkrankungen und bedürfen gegebenenfalls einer Begleittherapie. Der große Vorteil in einem Wechsel von Tamoxifen auf Aromatasehemmer, besteht in einer zusätzliche Senkung des nachfolgenden Rückfallrisikos um 20-weitere 50%. Auch im Rahmen eines Erkrankungsrückfalls ist der Einsatz dieser Substanzgruppe bei älteren Patienten in hohem Maße gerechtfertigt, auch statt einer Chemotherapie mit identischen Ergebnissen. 12. Tumor-Begleitbehandlungena. Nachsorge Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Sie finden anfangs alle drei bis sechs Monate statt, später werden die Abstände größer. Die Nachsorge soll im wahrsten Sinne des Wortes bedeuten, dass Sorge getragen wird und sie soll den persönlichen Bedürfnissen der Frau angepasst sein. Der Arzt führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch und erkundigt sich nach dem allgemeinen Befinden sowie nach eventuellen Beschwerden. Außerdem wird einmal im Jahr eine Mammographie der gesunden Brust durchgeführt. Nach brusterhaltender Operation wird zusätzlich alle sechs bis zwölf Monate die operierte Brust mammographiert. Zusätzlich kann im Zweifelsfalle eine Untersuchung mit einer Kernspintomographie durchgeführt werden. Wenn Tamoxifen eingenommen wird, ist eine halbjährliche Ultraschallkontrolle der Gebärmutterschleimhaut empfehlenswert. Weitere Untersuchungen sind zur routinemäßigen Nachsorge nach Brustkrebs im Allgemeinen nicht notwendig. Die bisherigen Erfahrungen haben nämlich gezeigt, dass bei der Nachsorge so wenig wie möglich, aber so viel wie notwendig an Diagnostik betrieben werden sollte. Wenn Beschwerden oder Veränderungen, z.B. Einziehungen oder Knötchen an der operierten Brust oder Ähnliches, auftreten, empfiehlt es sich natürlich, sofort den Arzt aufzusuchen. b. Menschliche und professionelle Hilfen nach der Behandlung Nach einer Brustkrebserkrankung ist neben einer guten medizinischen Betreuung auch die soziale und seelische Unterstützung wichtig. Hier können Gespräche mit dem Arzt sowie mit Angehörigen und Freunden, ggf. auch mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten, hilfreich sein. Unterstützung bieten außerdem zahlreiche Selbsthilfegruppen, wo man sich mit anderen Betroffenen über die Krankheit, die Erfahrungen mit Ärzten, Kliniken, Therapien u.v.m. austauschen kann. c. Rehabilitation und physikalische Behandlung Jede Frau erholt sich individuell unterschiedlich von ihrer Erkrankung. Krankengymnastische Übungen bereits während des stationären Aufenthaltes, für den betroffenen Arm und die Schulter helfen, Kraft und Bewegungsfreiheit schneller wieder herzustellen. Außerdem verhindert dies, dass Nacken und Rücken steif werden und Schmerzen verursachen. Nach der Entfernung der Lymphknoten aus der Achselhöhle kann der Arm auf der operierten Seite anschwellen, weil das Lymphdrainage-System überfordert sein kann und die Lymphe nicht abfließt (Lymphödem). Schon bei leichten Schwellungsanzeichen sollte Ihr Arzt sie an ein Spezialambulatorium zur Lymphdrainage überweisen. Dem kann man, zumindest teilweise, vorbeugen, indem man den Arm keinen dauerhaften Belastungen (Hausreinigung, Bügeln, Maschinenschreiben usw.) aussetzt. Schweres Heben oder Tragen, ebenso wie große Hitze- und Kälteeinwirkung, sollten Sie als Betroffene in den ersten1-2 Jahren meiden. Vor allem sollten Bagatellverletzungen (Gartenarbeit, Nagelpflege, Küchenarbeit und Unachtsamkeiten) nach Radikaloperationen sorgsam und fachgerecht desinfiziert werden, da eine sonst harmlose Wundreizung, im betroffenen Arm bereits einen „Super-Gau“ auslösen kann. Auch Blutabnahmen und Infusionsbehandlungen auf der betroffenen Seite sind zu vermeiden. Gelegentliche Blutdruckmessungen sind möglich, jedoch nicht bei Schwellungszuständen. Diese Risiken bestehen nach einer Wächter- Lymphknotenbiopsie allerdings nicht! Leichte sportliche Betätigung kann, in Rücksprache mit dem Arzt, hingegen sinnvoll sein. Hilfen bei der beruflichen und sozialen Rehabilitation, Angebote für Kuren und weitere Unterstützung kann man bei Psychosozialen Beratungsstellen und den Krankenkassen erfragen. d. Komplementärmedizin Unter diesem Begriff sind verschiedenste Heilmethoden mit ganzheitlichem Ansatz zusammengefasst, die dem Erhalt der Gesundheit, der Verbesserung der Lebensqualität und der Unterstützung des Immunsystem dienen können. Angewandte komplementäre Therapien stellen eine wertvolle Ergänzung der onkologischen Standardtherapien dar, mit der Zielsetzung die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Sie können und sollen aber auf keinen Fall die herkömmlichen Schulmedizinischen Methoden ersetzen. Etliche Anwendungen gelten noch immer nicht als wissenschaftlich ausreichend begründet, andere jedoch konnten in zahlreichen Reihenuntersuchungen ihre Wirkungen erkennbar machen. Folgende Methoden können auf Wunsch zunehmend in die laufende Krebsbehandlung integriert oder im Anschluß daran durchgeführt werden.
Die Auflistung erhebt keinen Vollständigkeitsanspruch, entspricht aber das Marktangebot betreffend, einem realitätsbezogenen und vereinzelt in Anspruch genommen, finanziell leistbaren Rahmen. |